Die PlayStation 2 ist die meistverkaufte Konsole aller Zeiten, und gebraucht gibt es sie in mehr Varianten, als die meisten vermuten. Beim Kauf entscheidet vor allem eines: das Laufwerk. Der Rest ist Geschmack.
Die zwei Bauformen
Das Original von 2000, rückblickend „Fat" genannt, ist der große schwarze Kasten, der hochkant oder liegend stehen kann. Er hat ein Schubladenlaufwerk, zwei Controller-Anschlüsse, zwei Speicherkartenschächte und hinten einen Einschub für die Festplatte, den es bei den späteren Modellen nicht mehr gibt.
Die Slim von 2004 ist flach, deutlich leichter und hat ein Klappdeckel-Laufwerk. Der Netzwerkanschluss ist fest eingebaut, das Netzteil dafür extern — ein separater Klotz, der gern verloren geht. Fehlt er, brauchst du Ersatz, und das ist bei den letzten Slim-Revisionen nicht dieselbe Sorte wie bei den frühen.
Worauf es beim Gebrauchtkauf ankommt
Das Laufwerk ist die Schwachstelle. Bei beiden Bauformen. Typische Symptome: Discs werden nicht erkannt, das Laufwerk läuft laut hoch und gibt auf, oder DVD-Spiele funktionieren, CD-Spiele der frühen Jahre aber nicht — oder umgekehrt. Der Grund ist meist die alternde Lasereinheit.
Deshalb: Eine PS2 sollte mit zwei verschiedenen Discs getestet werden, am besten eine silberne CD (frühe Titel wie Tekken Tag Tournament) und eine blaue oder silberne DVD. Läuft nur eine Sorte, ist der Laser angeschlagen.
Bei der Fat kommt ein bekanntes Problem dazu: Bei manchen Revisionen verstellt sich die Laufwerks-Mechanik mit der Zeit, das Zahnrad der Höhenverstellung nutzt sich ab. Das ist reparierbar, aber nichts, was man beim Kauf übersehen sollte.
Bei der Slim ist der Klappdeckel die Stelle, an der es hakt: Schließt er nicht sauber, erkennt der Schalter die geschlossene Klappe nicht und das Spiel startet nicht.
Was dabei sein sollte
- Netzteil — bei der Slim zwingend, bei der Fat ist es eingebaut.
- Videokabel. Das mitgelieferte Composite-Kabel funktioniert überall; Component- oder RGB-Scart-Kabel bringen an einem alten Röhrenfernseher ein sichtbar besseres Bild.
- Mindestens ein Controller. Schau auf die Analogsticks: ausgeleierte Sticks driften.
- Eine Speicherkarte. Ohne sie kannst du gar nichts speichern — die PS2 hat keinen internen Speicher. Originale von Sony mit 8 MB sind die sichere Wahl, billige Nachbauten verlieren Spielstände.
Regionen und Abwärtskompatibilität
Die PS2 ist regionsgebunden: Eine europäische Konsole spielt PAL-Discs. NTSC-Importe brauchen eine passende Konsole. Die Region steht auf dem Disc-Ring und bei uns im Titel.
Gute Nachricht dagegen bei den Vorgängern: Jede PS2 spielt PlayStation-1-Spiele, und zwar ohne Tricks. Alte Speicherkarten der PS1 passen ebenfalls, allerdings nur für PS1-Spielstände.
Und die Spiele?
Die PS2-Bibliothek ist die größte, die es je gab — über zweitausend Titel allein in Europa. Entsprechend groß ist die Preisspanne: Massentitel gibt es für ein paar Euro, während Rollenspiele und spät erschienene Titel dreistellig gehandelt werden. Bei PS2-Ware ist die Hülle fast immer der schwächste Teil, weil der dünne Kunststoff an den Scharnieren bricht — deshalb bewerten wir Hülle, Einleger und Disc getrennt.
Was gerade da ist, steht im Regal für PlayStation 2.

Share:
Retro-Konsole vom Dachboden: Was sie wert ist und worauf du beim Verkauf achtest
CIB, OVP, PAL, NTSC: Die Abkürzungen bei gebrauchten Spielen erklärt