Auf dem Dachboden steht eine Kiste mit der alten Konsole, ein paar Modulen und einem Controller. Die Frage ist immer dieselbe: Ist das Geld wert oder Sperrmüll? Hier stehen die Punkte, die den Preis wirklich bestimmen.
Zuerst: die Konsole ist selten das Wertvolle
Eine PlayStation 2 wurde über 150 Millionen Mal verkauft, eine Wii über 100 Millionen. Konsolen dieser Generation sind kein seltenes Gut — der Preis liegt meist im niedrigen zweistelligen Bereich, und er hängt fast vollständig davon ab, ob alles dabei ist.
Das Geld steckt in der Regel in den Spielen. Ein einziges gesuchtes Modul kann mehr wert sein als die Konsole, auf der es läuft. Deshalb lohnt es sich, die Kiste einzeln durchzusehen, statt alles als Konvolut wegzugeben.
Die fünf Punkte, die den Preis machen
- Vollständigkeit. Netzteil, Videokabel, Controller, Originalkarton, Styropor, Anleitung. Eine Konsole im vollständigen Originalkarton bringt oft das Doppelte einer nackten Konsole.
- Funktion. „Ungetestet" kostet Geld. Wer keinen Fernseher mit passendem Anschluss mehr hat, kann wenigstens prüfen, ob das Gerät anläuft und die Lüftung arbeitet.
- Vergilbung. Der graue Kunststoff von SNES, Game Boy und erster PlayStation vergilbt unter Licht. Bei Sammlern ist das ein spürbarer Abschlag.
- Der Titel selbst. Zwischen einem Massentitel und einem Sammlerstück liegen zwei Nullen. Rollenspiele, spät erschienene Titel und alles, was nur in kleiner Auflage gedruckt wurde, sind die Ausreißer nach oben.
- Region und Ausgabe. Erstauflagen, Sondereditionen und PAL-Ausgaben seltener Titel sind deutlich gesuchter als Neuauflagen und Budget-Versionen. Ein „Platinum"- oder „Essentials"-Aufdruck bedeutet Neuauflage.
So findest du den realistischen Preis
Der verlässlichste Weg kostet nichts: Bei eBay den Titel suchen und den Filter auf verkaufte Artikel stellen. Was Leute tatsächlich gezahlt haben, ist etwas ganz anderes als das, was Verkäufer aufrufen. Achte darauf, Gleiches mit Gleichem zu vergleichen — CIB gegen CIB, PAL gegen PAL.
Rechne beim Selbstverkauf die Kosten mit: Verkaufsprovision, Versand, Verpackung und die Zeit fürs Fotografieren und Beschreiben. Bei einem Spiel für sechs Euro bleibt davon wenig übrig.
Einzeln verkaufen oder alles auf einmal?
Einzelverkauf bringt mehr Geld und kostet mehr Zeit. Bei einer Kiste mit dreißig Titeln sind das schnell mehrere Abende. Ein Ankauf bringt weniger pro Stück, dafür ist die Sache an einem Tag erledigt und du trägst kein Risiko mit Rücksendungen und Käuferbeschwerden.
Ein Mittelweg funktioniert oft am besten: die drei, vier wertvollen Stücke selbst verkaufen, den Rest im Paket abgeben.
Bevor du etwas verschickst
- Nichts wegwerfen. Anleitungen, Einleger, Pappeinsätze, Registrierungskarten — genau das macht aus OVP ein CIB.
- Nicht mit Hausmitteln reinigen. Scheuermilch auf einer Modulschale und Lösungsmittel auf einem Aufkleber richten mehr Schaden an als drei Jahrzehnte Dachboden.
- Batterien raus. Ausgelaufene Batterien in Controllern und Handhelds zerstören die Kontakte. Das ist der häufigste vermeidbare Schaden überhaupt.
Wir kaufen an
Wir kaufen Spiele, Konsolen und Sammlerstücke — auch ganze Sammlungen und auch Ware mit Mängeln, solange wir wissen, woran wir sind. Wie das abläuft und was wir brauchen, steht auf der Seite Ankauf. Ein paar Fotos genügen für eine erste Einschätzung.

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