Du startest ein SNES-Modul, spielst zwei Stunden, schaltest aus — und beim nächsten Einschalten ist der Spielstand weg. Das ist fast nie ein Defekt des Moduls. Das ist die Speicherbatterie, und sie ist deutlich einfacher zu ersetzen, als die meisten denken.

Warum überhaupt eine Batterie im Modul steckt

Module bis etwa zur Game-Boy-Advance-Generation speichern Spielstände in einem SRAM-Chip. Der verliert seinen Inhalt, sobald der Strom weg ist. Damit der Spielstand die Zeit zwischen zwei Spielsitzungen übersteht, sitzt auf der Platine eine Knopfzelle, meist eine CR2032, die den Chip dauerhaft mit Strom versorgt.

Diese Zellen wurden Anfang der Neunziger verbaut. Ihre rechnerische Lebensdauer liegt bei etwa zehn bis fünfzehn Jahren. Dass viele Module heute noch speichern, ist Glück, nicht Regel.

Welche Spiele betroffen sind

  • NES, SNES, Nintendo 64, Game Boy, Game Boy Color, Game Boy Advance: überall dort, wo das Spiel einen Spielstand speichert. Rollenspiele, Abenteuer, Aufbauspiele.
  • Nicht betroffen: Module mit Passwortsystem statt Speicherfunktion — die meisten Jump-and-Runs und Prügelspiele. Und alles ab Nintendo DS, dort wird in Flash-Speicher geschrieben, der ohne Strom auskommt.
  • Sonderfall Pokémon Rot/Blau/Gelb und Gold/Silber: Die Gold- und Silber-Module haben zusätzlich eine echte Uhr, die ebenfalls an der Batterie hängt. Ist sie leer, laufen Tag- und Nachtzyklus nicht mehr.

Woran du eine leere Batterie erkennst

Das typische Bild: Das Spiel läuft einwandfrei, du kannst speichern, und der Spielstand ist nach dem Ausschalten verschwunden. Manchmal hält er noch ein paar Stunden, manchmal keine Minute. Ein Modul, das gar nicht mehr startet oder nur einen schwarzen Bildschirm zeigt, hat ein anderes Problem — meistens verschmutzte Kontakte.

Messen kann man es auch: Eine frische CR2032 hat 3,0 bis 3,3 Volt. Unter 2,7 Volt wird es kritisch, unter 2,5 Volt ist Schluss.

Was ein Wechsel kostet

Die Batterie selbst kostet im Zehnerpack ein paar Euro. Der Aufwand hängt davon ab, wie sie befestigt ist:

  • Mit angeschweißten Laschen (der Normalfall): Die Zelle ist auf die Platine gelötet. Sauber gemacht wird das mit einer Zelle mit Lötfahnen und einem Lötkolben. Direkt an einer nackten Knopfzelle zu löten ist keine gute Idee — die Hitze kann sie beschädigen.
  • Im Halter: seltener, dafür ein Handgriff.

Du brauchst außerdem einen Schraubendreher für die Sicherheitsschrauben, mit denen Nintendo die Module verschlossen hat — 3,8 mm Gamebit für die meisten Module, 4,5 mm für N64-Module und Konsolen. Ein Satz kostet unter zehn Euro.

Wichtig: Beim Wechsel ist der vorhandene Spielstand weg, sobald die alte Zelle ab ist. Wer einen dreißig Jahre alten Spielstand retten will, braucht ein Speichergerät und deutlich mehr Aufwand.

Lohnt sich das?

Bei einem Spiel, das du selbst spielen willst: fast immer. Ein Modul für zwanzig Euro, das nicht speichert, ist als Spiel wertlos und mit einer Batterie für einen Euro wieder vollwertig.

Bei Sammlerstücken ist es Geschmackssache. Manche Sammler lassen alles im Originalzustand, andere wollen ein funktionierendes Modul. Ein sauber ausgeführter Batteriewechsel mindert den Wert in der Praxis nicht.

Wie wir das handhaben

Bei Modulen mit Speicherfunktion prüfen wir vor dem Verkauf, ob der Spielstand einen Neustart übersteht. Hält er nicht, steht das in der Beschreibung — wir verkaufen kein „funktioniert einwandfrei", wenn die Batterie am Ende ist. Was gerade da ist, steht in den Regalen für SNES, Game Boy und Nintendo 64.

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